Burnout-Syndrom

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ICD-10: Z73.0 (Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung)
ICD-11: QD85 (Burnout)

«Burnout ist ein Prozess zunehmender Erschöpfung mit reduzierter geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit, verursacht durch chronische Stressfaktoren im Leistungskontext, die im wachsenden Masse als nicht mehr bewältigbar erlebt werden“ [01]

  • Energiemangel
  • chronische Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Schlafstörungen
  • Grübelneigung
  • geschwächte Abwehrkräfte, häufige Infekte,
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • sexuelle Störungen
  • emotionale Erschöpfung («alles ist zu viel»)
  • Niedergeschlagenheit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gefühl innerer Leere
  • Reizbarkeit, Aggressivität
  • Interessenverlust
  • sozialer Rückzug
  • Verlust der Empathie
  • Abbau kognitiver Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsmangel
  • Vergesslichkeit
  • Verlust der Kreativität
  • negative Grundeinstellung zur eigenen Person, zur Arbeit und zum Leben im Allgemeinen
  • Depersonalisierung
  • Zynismus

Merkmale

Im Gegensatz zur Neurasthenie geht beim Burnout-Syndrom der eigentlichen Erschöpfungssymptomatik meist ein langer Prozess voraus, welcher mit einer Phase des besonders hohen Leistungseinsatzes und einer hohen Verausgabungsbereitschaft einhergeht.

Endogene Risikofaktoren

  • besonders engagierte, leistungsorientierter und perfektionistischer Persönlichkeitstypus, dem Abgrenzung schwer fällt
  • Selbstwert wird hauptsächlich über Arbeit und Anerkennung von außen stabilisiert

Exogene Risikofaktoren

  • fehlende Belohnung und Anerkennung bei gleichzeitig hohem Arbeitseinsatz
  • mangelnde Erholungsphasen
  • ständige Erreichbarkeit
  • intensive Nutzung sozialer Medien

Protektive Faktoren

  • Commitment: Neugierde, Offenheit, starke innere Verbindung zu dem was man tut
  • Sense of control: Einflußgefühl, Eigenverantwortungsgefühl
  • Challenge: Bewertung von Veränderungen als Herausforderung und nicht als Bedrohung

BDNF

Der Brain-derived neurotrophic factor im Serum ist beim Burnout-Syndrom i.d.R. deutlich erniedrigt und steigt unter einer erfolgreichen Therapie wieder an.

[01]

Ballweg T, Seeher C, Tschitsaz A, Bridler R, Cattapan K. SymBalance: Ein theoriebasiertes, integratives Therapiekonzept zur Behandlung von Burnout. Swiss Archives oft neurology and psychiatriy. 2013;164(5):170–8.