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Was ist Homöopathie?
Homöopathie ist derzeit die weltweit am meisten verbreitete und eine der wirkungsvollsten modernen Therapieformen überhaupt.
Bekannt wurde sie Anfang des 19. Jahrhunderts durch das Werk des deutschen Arztes Samuel Christian Hahnemann, der heute als Begründer der klassischen Homöopathie gilt und die Grundlagen für alle heute praktizierten homöopathischen Methoden gelegt hat.
Homöopathie nutzt die Eigenschaften von materiellen Ausgangsstoffen und beobachtet, welche Wirkungen diese auf den Menschen haben, wenn er mit ihnen in Berührung kommt. Diese Wirkungen (Symptome, Empfindungen, Stimmungen, Gedanken) werden als sog. Arzneimittelbild festgehalten, sofern sie reproduzierbar bei vielen Menschen nach z.B. Einnahme eines Mittels auftreten („Arzneimittelprüfung“). Die Sammlungen dieser Arzneimittelbilder werden als „Materia medica“ bezeichnet. Früher waren das dicke Bücher, in denen jeweils bis zu hunderte von Wirkungen zu hunderten von verschiedenen Mitteln aufgelistet waren. Heute bedient man sich dazu eher der EDV.
Die Kernaussage der Homöopathie ist nun, daß ein Mittel in verdünnter Form die Krankheiten oder Störungen bei einem Menschen heilen kann, die es unverdünnt bei einem Gesunden bei Einnahme hervorruft. Die Schulmedizin nutzt das gleiche Prinzip z.B. bei der „Desensibilisierung“ im Rahmen der Allergiebehandlung oder beim Impfen.
Das Besondere in der Homoöpathie ist die Erkenntnis, daß der Grad der Verdünnung eines Mittels eine entscheidende Rolle bezüglich der Wirkung spielt. Je mehr die Ausgangssubstanz verdünnt wird und je geringer die Menge und Häufigkeit der Verabreichung, desto effektiver wirkt sie auch bei chronischen und schweren Erkrankungen, aber auch auf geistiger und seelischer Ebene, bei Störungen in der Gemütsverfassung und der Persönlichkeitsentwicklung. Deshalb wird bei der Verdünnung von Ausgangssubstanzen in der Homöopathie auch von „Potenzierung“ gesprochen. Es wird 1:10 bis hin zu 1: mehreren Millionen verdünnt bzw. potenziert. Die Verdünnungsstufen werden mit Buchstaben und Zahlen wie z.B. „D“ für Zehnerpotenzen (z.B. D1 – D200) oder „C“ für 1:100, bis hin zu LM für sog. Hochpotenzen bezeichnet.
Es gibt verschiedene Verfahre zur Herstellung der Verdünnungen. Klassisch werden lösliche Stoffe mit Alkohol verdünnt (D1 entspricht 1 Teil Ausgangsstoff plus 9 Teile Alkohol), nicht lösliche Stoffe werden in einem Mörser mit Milchzucker verrieben und zu Tabletten gepresst.
Die berühmten Globuli sind Zuckerkügelchen, die mit der jeweiligen verdünnten Substanz besprüht wurden und als Träger dienen.
Homöopathie und westliche Schulmedizin
Ab der Verdünnungsstufe D23 ist statistisch gesehen kein stoffliches Molekül der Ausgangssubstanz im Mittel mehr enthalten. Daraus ist zu schließen, daß die Wirkung homöopathischer Mittel nicht auf der physikalischen Wechselwirkung zwischen Materie besteht. Das ist nichts Erstaunliches und schon gar nicht „unerklärbar“ oder „esotherisch“. Auch Ihr Handy funktioniert z.B. ohne daß dabei „Materie“ übertragen wird. Und doch ist mancher Anruf sehr „wirkungsvoll“.
Die Schulmedizin versucht seltsamerweise immer wieder, Methoden, die auf einem energetischen Prinzip beruhen mit Nachweisen für Wechselwirkung zwischen Materie und auf molekularer Ebene zu verstehen. Das ist wie wenn Sie ein Auto fragen, ob es fahren kann und wenn es nicht mit „ja“ antwortet, nehmen Sie dies als Beweis, daß es nicht fahren kann. Stillschweigend nutzt die Schulmedizin allerdings selbst rein energetische Methoden wie Röntgendiagnostik, Strahlentherapie oder Psychotherapie und setzt hier ganz andere Kriterien zur Beurteilung der „Wirksamkeit“ an.
Kritiker der Homöopathie (und dazu zählen in Deutschland inzwischen sogar ganze Parteien wie Die Grünen, die früher einmal einen offenen kritischen Geist verkörpern wollten) bemühen in ihrem verzweifelten Kampf gegen die Homöopathie immer wieder den berühmten Placeboeffekt. Ich denke, wenn Kinder, Tiere und Pflanzen, bei denen Homöopathie hervorragend wirkt und weltweit angewendet wird, allein mithilfe ihres Glaubens an die Mittelwirkung geheilt werden, dann wäre das doch einfach nur toll und zu unterstützen. Leider ist es nicht so einfach. Und so müssen homöopathisch tätige Therapeuten viel lernen und jahrelang Erfahrungen sammeln, bevor sie diese Methode effektiv zur Heilung von Menschen, Tieren und Pflanzen anwenden können.
Dabei ist es zwar schade, aber durchaus irrelevant für die Homöopathie, daß sie von der westlichen Schulmedizin nicht als effektive Heilmethode anerkannt wird. In der Welt wird sie mehr genutzt als schulmedizinische Methoden und heilt täglich mehr Menschen als jede andere Methode. Es wäre allerdings Aufgabe der Politik, dem Volk diese Möglichkeit zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Gesundheit nicht vorzuenthalten, um mit Schulmedizin die Wirtschaft am Laufen zu halten, sondern jedem einen praktikablen preiswerten Zugang zu dieser Medizin zu ermöglichen, wie es in vielen Ländern der Welt der Fall ist. In Indien ist Homöopathie beispielsweise ein gleichwertiger Baustein der Staatsmedizin neben dem Ayurveda und westlich orientierter Medizin. Die Grünen würden sagen, ein Massenplaceboeffekt – ist das nicht toll?!
Hierarchisation
1. besondere Symptome
Besonders auffallende, sonderliche, ungewöhnliche, eigenheitliche Symptome.
„Wenn drei auffällige Symptome vorhanden sind, steht die Arzneimittelwahl auf festen Füßen.“ [Hering]
