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Definition
Alle Schäden, die bei Menschen entstehen (körperliche u. kognitive Einschränkungen, Verhaltensauffälligkeiten), deren Mütter während der Schwangerschaft Alkohol zu sich genommen haben.
Überbegriff: FASD (Fetal Alcohol spectrum Disorder)
- Fetales Alkoholsyndrom (FAS): Wachstumsstörungen + Gesichtsmerkmale + Auffälligkeiten der Hirnfunktionen
- partielles Fetales Alkoholsyndrom (pFAS): Gesichtsmerkmale + Auffälligkeiten der Hirnfunktionen; keine Wachstumsauffälligkeiten
- Alkoholbedingte Entwicklungsneurologische Störung (ARND, alcohol-related neurodevelopmental disorder): Auffälligkeiten der Hirnfunktionen; keine Gesichtsmerkmale ; keine Wachstumsauffälligkeiten
Häufigkeit
- 2% aller Kinder
- häufigste bei Geburt bestehende chronische Erkrankung
- 2023 waren schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen an FASD erkrankt. Die Dunkelziffer ist hoch, genauere Zahlen nicht bekannt.
Klassifikation
ICD-10: D74.0, D74.8, D74.9
Pathophysiologie
- Alkohol geht vom mütterlichen Blut ungehindert über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes
- Aufgrund der noch fehlenden oder wenig entwickelten enzymatischen Abbaukapazität für Alkohol ist das Ungeborene den toxischen Alkoholwirkungen deutlich intensiver u. länger ausgesetzt als Erwachsene.
Ursachen & begünstigende Faktoren
- jeglicher Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ab dem Zeitpunkt der Konzeption!
mögliche Folgeerkrankungen & Risiken
Gehirnschäden
- Epilepsie
- Intelligenzminderung
- kognitive Störungen (s.u.)
Kognitive Störungen
- Störung der Sprachentwicklung
- Störungen der Lern- u. Merkfähigkeit
- Störungen der visuellen räumlichen Funktionen
- Störungen der Aufmerksamkeit
- Störungen exekutiver Funktionen
Psychische Störungen
Das Auftreten psychischer Störungen ist bei FASD überdurchschnittlich häufig.
Probleme im Sozialverhalten
- Probleme, eigene Emotionen zu steuern
- Probleme, Emotionen anderer zu erkennen u. zu deuten
weitere Risiken
- häufiger Schulabbruch
- keine Berufsausbildung
- häufig keine Arbeit; Erwerbsminderungsrente
- häufigere Straffälligkeit
- häufigere Mißbrauchserfahrung
- vermehrte Suchtgefahr
reduzierte Lebenserwartung
aufgrund häufigerer Unfälle, Suizide, Vergiftung durch Drogen.
Diagnostik
Die Diagnosestellung ist schwierig und aufwendig. Vielen Ärzten u. Fachkräften sind Krankheitsbild u. Symptome heute noch unbekannt, so daß häufig falsche Diagnosen gestellt und das wirkliche Krankheitsbild erst im Erwachsenenalter oder gar gar nicht diagnostiziert wird.
Eine Liste mit entsprechenden Anlaufstellen fachkompetenter Einrichtungen und Ärzte hat der FASD Deutschland e.V. zusammengestellt → FASD Deutschland e.V. – Finden Sie den richtigen Arzt für Diagnostik FASD
hinweisende Symptome
typische Gesichtsmerkmale
- kleiner Kopf
- verkürzte Lidspalte (kleinere Augen)
- Epikanthusfalte
- flaches Mittelgesicht
- niedriger Nasenrücken
- kurze Nase
- verstrichenes Philtrum (Rinne unter der Nase kaum sichtbar)
- schmale Oberlippe
- unterentwickelter Kiefer
- Ohrenanomalien
Konsequenzen der eigenen Handlungen können nicht richtig abgeschätzt werden
Gelerntes kann nicht auf andere Situationen übertragen werden
Schwierigkeiten zu planen u. zu strukturieren
hilfreiche Adressen & Links
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