Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

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Synonyme

Diabetes mellitus, Zucker, Zuckerkrankheit

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Definition

Störung des Zuckerstoffwechsels, die zu Phasen erhöhter Blutzuckerspiegel führt. Hierbei liegt entweder eine Störung der Insulinsekretion (Typ-1-Diabetes) oder ein gestörtes Ansprechen der Zellen auf Insulin (Typ-2-Diabetes) vor.

haeufigkeit

Häufigkeit

  • 9,1 Millionen Menschen in Deutschland + mind. 2 Millionen unerkannte Fälle
  • ca. 450.000 Neuerkrankungen jährlich
  • 95 % der Menschen mit Diabetes haben Typ-2-Diabetes
Ursachen

Ursachen & begünstigende Faktoren

Ursachen des Typ-1-Diabetes

  • Genetische Veranlagung; in der Regel handelt es sich um eine angeborene Autoimmunerkrankung, die zur Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse mit verminderter Insulinproduktion führt. 
  • Selten (aber mit zunehmender Tendenz) kann sich auch im höheren Alter eine Autoimmunerkrankung mit Bildung von Autoantikörpern gegen Enzyme der Bauchspeicheldrüse entwickeln, die zu einer verminderten Insulinsekretion führt → „latent autoimmune diabetes in adults” (LADA). Dieser wird pathophysiologisch dem Typ1-Diabetes zugerechnet, da der Diabetes durch den Insulinmangel verursacht ist.

Pathomechanismus: Hoher Blutzucker durch fehlendes Insulin. Im Blut finden sich zu wenig Insulin und zu viel Zucker.

Ursachen des Typ-2-Diabetes

Gemeinsame Ursache, die letztlich zum Krankheitsbild des Diabetes mellitus führt, ist die Insulinresistenz, das heißt das verminderte Ansprechen der Zellen auf Insulin mit der Folge einer verminderten Aufnahme von Glukose in die Zellen. Es stellt sich eine Stoffwechsellage mit zuviel Zucker im Blut und zu wenig Zucker als Energielieferant in den Zellen ein.
Die Insulinresistenz besteht unerkannt oft schon lange Zeit vor der Diagnose eines Diabetes und geht in der Regel mit einer glykämischen Hypervariabilität (Blutzuckerspitzen-Syndrom) einher.

Pathomechanismus: Hoher Blutzucker durch fehlendes Ansprechen der Zellen auf Insulin. Im Blut finden sich (zu) viel Insulin und zu viel Zucker.

Mitursache ist auch eine chronische Entzündungsneigung (silent inflammation) oft v.a. im Bereich des Dünndarms mit Folge eines sog. leaky-gut.

Die Hauptursachen für diese Entwicklung sind:

An erster Stelle der Diabetes-2-Ursachen stehen die folgenden häufigen Ernährungsfehler:

  • zu viele fruktosehaltige Lebensmittel
  • Blutzuckerspitzen durch falsche Eßreihenfolge oder zu häufige Mahlzeiten
  • spätes / nächtliches Essen  (selbst bei Schichtarbeit ungesund)
  • stark industriell verarbeitete Lebensmittel (ultra-processed food, UPF), Lebensmittelzusatzstoffe und deren Kombinationen [05]

Ab einer bestimmten Menge kohlenhydrathaltiger Nahrung ist die Insulinausschüttung so groß, daß sich zwangsläufig eine Insulinresistenz entwickelt. Die ist heute leider schon bei vielen jungen Menschen zu beobachten.

Dokumentiert wurde das häufigere Auftreten eines Diabetes unter dem Mangel zahlreicher Mikronährstoffe wie z.B.

  • Magnesiummangel (vermindert die Insulinempfindlichkeit, führt zu schlechter Blutzuckereinstellung) [→ Magnesium auf bioeffekte.info]
  • Zinkmangel (Störung der Speicherung u. Freisetzung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse (Zink ist Bestandteil des Insulinmoleküls!), Störung der Insulinwirkung an den Zellen) [→ Zink auf bioeffekte.info]
  • Chrommangel (führt zu Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörungen)
  • u.v.a.
  • Die längerfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern (Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, etc.) als Säureblocker begünstigt die Entwicklung eines Diabetes.

Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Diabetes einhergehen:

  • Es wurde dokumentiert, dass die lateinamerikanische Bevölkerung eine genetische Prädisposition für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes hat []
  • Magen-Yin-Mangel (Wei Yin Xu)

oft kombiniert mit

  • Waage-Venus-Prinzip
  • unpassende Lebensführung bezüglich Ernährung und Liebe → Aufgabe: Liebe wieder zum Fließen bringen, ohne sich daran zu klammern und ohne sie auszunutzen
Symptome

hinweisende Symptome

Heißhunger vor allem auf Süßes geht oft der Entwicklung des Vollbildes eines Diabetes voraus und ist Ausdruck der Blutzucker- und Insulinspitzen im Blut!

…signalisiert den Versuch des Körpers, den vermehrten Zucker im Blut über die Nieren auszuscheiden

…sind oft Zeichen einer Schädigung der kleinsten Nervenfasern  (Polyneuropathie)

  • trockene, schuppende Haut (durch verminderte Schweiß- und Talgdrüsensekretion)
  • Bräunliche Flecken meist am Schienbein (Diabetische Dermopathie)
  • erhöhte Infektanfälligkeit der Haut: Abszesse, Furunkel, Erysipel
  • schlecht heilende Wunden
  • hartnäckige Hautpilzinfektionen
  • Necrobiosis lipoidica (chron. granulömatöse Dermatose v.a. an Unterschenkelstreckseiten) – ca. 1% aller Diabetiker
  • Diabetisches Sklerödem Typ Buschke (Kollagenvermehrung mit mit lymphohistiozytärer Infiltration und Muzinablagerungen in der Dermis):
    • v.a. am Hals, Gesicht, Arme, Handflächen, Thorax
    • schmerzlos
    • schränkt Beweglichkeit ein
    • ca. 30% aller Diabetiker
  • Acanthosis nigrans (Verhornungsstörung mit Pigmenteinlagerung durch Insulinresistenz, Aktivierung des IGF-1-Rezeptors und konsekutiver Kutisproliferation):
    • bräunliche Verfärbung flächig im Bereich von Achseln, Leisten, Hals u. Nackenbereich

kann auf Nierenfunktionsstörungen hinweisen

Ca. 3% der Diabetiker

Neuropathisches Ulcus: 
– meist an Fußrand o. Fußsohle
– wie „ausgestanzt“
– häufig Hornhautschwielen
– Fußpulse normal
– schmerzlos

Neuro-ischämisches Ulcus:
– v.a. an den Zehen
– unregelmäßig begrenzt
– schmerzhaft
– Fußpulse nicht normal tastbar

…können Ausdruck einer zuckerbedingten Schädigung der Netzhaugefäße (Diabetische Retinopathie) sein.

Abnahme der Erektionsstärke ist bei Männern oft ein frühes Symptom diabetesbedingter Durchblutungsstörungen.

u.a. durch Veränderung der Mundflora

diagnostik

Diagnostik

Früherkennung

  • auffallend vermehrter Durst und häufigeres Wasserlassen als gewohnt
  • Hautveränderungen an den Unterschenkeln (bläulich oder bräunliche Verfärbungen, fettglänzende, gespannte Haut)
  • vermehrt nur sehr langsam heilende, aber wenig schmerzende kleiner Hautverletzungen v.a. an den Beinen und Füßen
  • Erektionsstörungen bei Männern

offizielle Diagnosestellung

  • Nüchternplasmaglukose ≥ 126 mg/dl (≥ 7,0 mmol/l)
  • HbA1c ≥ 6,5 %  (≥ 48 mmol/mol)
  • Gelegenheitsplasmaglukose ≥ 200 mg/dl (≥ 11,1 mmol/l)

Die Diagnose „Diabetes mellitus“ wird in der Kassenmedizin gestellt, wenn zwei dieser Grenzwerte überschritten wurden.

Hinweise zu den einzelnen Laborwerten!

Während die Therapiekontrolle bei bestehender Diagnose im klinischen Alltag auch durch Kapillarblut (aus Fingerbeere oder Ohrläppchen) erfolgen kann, ist zur Diagnosestellung eines Typ-2-Diabetes eine venöse Blutabnahme und die Anwendung standardisierter, qualitätsgesicherter Labormethoden unerlässlich.

Die weltweiten Diabetesgesellschaften und Gesundheitsorganisationen geben verschiedene „Normalwerte“ für den morgens nüchtern gemessenen Blutzuckerspiegel an:

American Diabetes Association (ADA):

60 – 100 mg/dl normal
100 – 126 mg/dl Prädiabetes
> 126 mg/dl Diabetes

Maximaler Anstieg nach dem Essen: < 140 mg/dl

nach Studienlage (Bjornholt, Park, Nguyen et alt):

72 – 85 mg/dl gesunde Werte
> 85 mg/dl langfristig erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen

Der HbA1c-Wert stellt das mit Glukose (Zucker) besetzte Hämoglobinmolekül (roter Blutfarbstoff) im Blut dar. Je länger eine höhere Glukosekonzentration im Blut besteht und je höher diese ausfällt, desto mehr HbA1c-Moleküle entstehen. Diese werden nach ca. 120 Tagen mit den roten Blutkörperchen wieder abgebaut. Somit gibt die HbA1c-Anteil am roten Blutfarbstoff an, ob in den letzten 8-12 Wochen häufiger hohe Glukosekonzentrationen aufgetreten sind. 

Bei der Interpretation des HbA1c-Wertes sind allerdings folgende Einflußgrößen zu berücksichtigen:

Alter alter roth J et al., 2016 (n = 6.783) masuch a et al., 2019 (n = 8.665)
< 40 Jahre
4,6–5,9 % (27–41 mmol/mol)
4,0–6,0 % (20–42 mmol/mol)
40 – 60 Jahre
4,8–6,2 % (29–44 mmol/mol)
4,1–6,2 % (21–44 mmol/mol)
≥ 60 Jahre
5,0–6,4 % (31–46 mmol/mol)
4,4–6,6 % (25–49 mmol/mol)

Falsch hohe HbA1c-Werte können verursacht werden durch

  • Faktoren, die den Erythrozyten-Turnover vermindern
  • Alter (s.o.)
  • Anämien (z. B. Eisen-, Folsäure- und Vitamin B12-Mangel), Infekt- und Tumoranämie
  • Splenektomie und aplastische Anämie
  • Organtransplantation
  • Hämoglobinopathien
  • Pharmaka (hohe Dosen ASS, Immundepressiva, Proteaseinhibitoren)
  • Ethnizität (HbA1c-Wert ~4 mmol/mol HB (~0,4 %) höher bei Afroamerikanern)

Falsch niedrige HbA1c-Werte können verursacht werden durch

  • Faktoren, die den Erythrozyten-Turnover erhöhen
  • hämolytische Anämie
  • Blutverlust
  • nach Bluttransfusionen
  • Leistungssport
  • große Höhen
  • Schwangerschaft
  • eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion mit verkürztem Erythrozytenüberleben
  • ernährungsbedingt (hoher Alkohol-/Fett-Konsum)
  • Hämoglobinpathien
  • Pharmaka (Erythropoetin, Eisensupplementierung u.a.)

ganzheitsmed. empfohlene Laboruntersuchungen

ganzheitsmed. empfohlene Laborunter-suchungen

Dient der Einschätzung der Nierenfunktion. Dieser Wert wird aus der gemessenen Kreatininkonzentration im Serum nach bestimmten Formel berechnet. Es existieren mittlerweile einige dieser Formeln. Wir orientieren uns derzeit an der CKD-EPI-Formel.

Dieser Wert zeigt eine vermehrte Eiweißausscheidung der Nieren an, was als früher Hinweis einer Nierenschädigung dient.

Die Untersuchung sollte aus dem über 24 Stunden gesammelten Urin erfolgen. Aus praktischen Gründen kann die UACR aber auch aus dem Spontanurin bestimmt werden.


Dieser Wert ist leider auch beim Diabetiker keine routinemäßige Kassenleistung, sondern wird nur bei besonderem Verdacht auf eine Nierenerkrankung erstattet.

 


ti100x90-Achtung-01Diese Untersuchung gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und muß von Ihnen privat bezahlt werden!

 


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Die Bestimmung von Vitamin B12 im Serum ist wenig aussagekräftig.
Zuverlässiger sind die Bestimmung des Holotranscobolamins bzw. der Methylmalonsäure im Blut.

Die Kontrolle des Vit.B12-Status sollte v.a. bei Metformineinnahme mindestens 1x pro Jahr erfolgen.


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Die Aufnahme von weniger als 20µg Chrom täglich führt zu Insulinresistenz und erhöhten Triglycerid- u. Cholesterinwerten.

Derzeit wird leider von keinem Labor eine vernünftige Chrom-III-Bestimmung angeboten.


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Ein normaler Thiamin-Plasmawert schließt einen Vit.B1-Mangel in keinster Weise aus. Auch die Messung der aktiven Formen TDP u. TPP und ein In-vitro-Stimulationstes erlauben keine eindeutige Aussage.

Deshalb ist bei klinischem Verdacht auf Thiaminmangel eine probatorische Behandlung mit 2x300mg Benfotiamin angezeigt.


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Kontrolle weiterer Risikofaktoren

Herz-Kreislauf-Risikofaktor 
Sollte kleiner 0,3 g/l sein


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Homocystein lagert sich in Gefäßwänden ab und führt zur Arteriosklerose.
→ Ein Risiko besteht ab 10 µmol/l, über 15 µmol/l ist das Risiko deutlich erhöht!


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Der Omega-3-Index sollte zwischen 8% und 11% liegen, ist aber nicht immer zuverlässig.

Lassen Sie besser den Quotienten Omega-6/Omega-3 bestimmen. Dieser sollte auf jeden Fall unter 10, besser Richtung 2,5 liegen!


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Dieser Wert zeigt an, wie groß der Anteil der oxidierten Blutfette ist – also wieviel von Ihrem Fett schon „ranzig“ ist!


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Deutliches Herz-Kreislauf-Risiko ab 4,5 g/l (wenn kein Infekt vorliegt!)


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Deutliches Herz-Kreislauf-Risiko ab 3 mg/l (wenn kein Infekt vorliegt!)


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weitere sinnvolle Diagnostik

Die Bestimmung des Neuropathie-Symptom-Scores (NSS) erfolgt durch Ihren Therapeuten und dokumentiert das Vorliegen und den Schweregrad einer Diabetischen Neuropathie.


ti100x90-Achtung-01Diese Untersuchung gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und muß von Ihnen privat bezahlt werden!

empfohlene regelmäßige Kontrolluntersuchungen

empfohlene regelmäßige Kontroll-untersuchungen

alle 3 Monate:

→ Laborkontrollen: HbA1c, Kreatinin, GFR

1x im Jahr:

→ Urinkontrolle: Mikraltest, Urin- Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR)
→ Augenarzt: Funduskontrolle
→ 
Zahnarzt: Paradontalstatus
→ Kardiologe: Ausschluß KHK

 

Risiko

mögliche Folgeerkrankungen & Risiken

Aus wegen der Gefühlsstörung oft unbemerkten kleinen Verletzungen oder Druckstellen entstehen leicht schlecht heilende Wunden und Geschwüre v.a. an den Unterschenkeln und Füßen (Ulcus cruris).

  • Schädigung von Herzkranzgefäßen (Koronare Herzerkrankung, KHK) → Angina pectoris, Herzinfarkt
  • Gefäßverschlüsse im Gehirn → Schlaganfall (Apoplex)
  • Ablagerungen und Verschlüsse in größeren Gefäßen → Arteriosklerose, periphere arterielle Verschlußkrankheit (pAVK) 
  • Schädigung der kleinen Nervenverästelungen v.a. an den Füßen o. Fingern → zu Kribbeln und Gefühlsstörungen (Parästhesien / Dysästhesien)
  • Schädigung der autonomen Nerven, die die Magen- u. Darmbewegung im Verdauungstrakt steuern → Magenentleerungsstörung mit Völlegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit o. Erbrechen nach dem Essen

Hyperglykämien führen über eine verminderte Knochenumbaurate, die unphysiologische Glykierung von Kollagen, die vermehrte Bildung von Sclerostin u.a. Prozesse zu einer verminderten Knochenqualität bei oft noch normaler Knochendichte.

Das Risiko für hüftgelenksnahe Frakturen ist bei T1D 5fach bei T2D 2fach erhöht.

  • Veränderung des oralen Mikrobioms
  • Demineralisierung von Zähnen
  • Paradontitis (Risiko 3fach erhöht) → erhöht wiederum die Insulinresistenz

Krebs ist die häufigste Todesursache bei Typ2-Diabetes!

  • Das Darmkrebsrisiko ist bei Diabetes verdoppelt. Hier ist dringend mehr körperliche Aktivität anzuraten. In einer großen bevölkerungsbasierten Studie konnten Yanjun Wu et al. 2025 zeigen, daß körperliche Aktivität das Darmkrebsrisiko bei Typ-2-Diabetikern um 31-42% senken kann! [10]

Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) verkürzt eine Diabeteserkrankung die durchschnittliche Lebenserwartung bei Frauen um 7,8 Jahre, bei Männern um 9 Jahre!

Therapie

Westliche Leitlinentherapie (Schulmedizin)

Behandlungsziel:

Senkung der bereits erhöhten Blutzuckerwerte, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Blutzuckersenkende Medikamente und Insulingaben verstärken die Insulinresistenz und damit die eigentliche Ursache des Typ-2-Diabetes! Es handelt sich um reine Notfallmaßnahmen, um eine akute Lebensgefahr durch zu hohe Blutzuckerspiegel abzuwenden. Der langfristige Verlauf der Erkrankung wird dadurch aber deutlich verschlechtert!

Zielwerte

HbA1c < 5,7 %
BMI
Frauen: < 24 kg/m² | Männer: < 25 kg/m²
Nüchternzucker
Frauen: < 110 mg/dl (kapillär)
Blutdruck
< 130/84 mmHg

Ganzheitsmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

Primäres Ziel des Ganzheitsmedizinischen Ansatzes ist es, die Ursachen für die metabolische Entgleisung zu finden und zu behandeln. Diabetes mellitus vom Typ 2 ist entgegen der Aussage vieler Schulmediziner oft heilbar. Hierzu bedarf es jedoch einer radikalen Umstellung der Lebensgewohnheiten und vor allem der Ernährung sowie oft eines Blickes über den schulmedizinischen Tellerrand hinaus.

Basisbahandlung

→  täglich 30 Minuten mittelschnelles Spazierengehen

  • zimmerwarmes stilles Wasser (Artesisches Wasser s.u.)
  • warme Kräutertees (v.a. Salbeitee)
  • warme Brühen

Keine Zwischenmahlzeiten, kein Cappuccino und kein Obst „zwischendurch“ (mindestens 3-4 Stunden zwischen zwei Mahlzeiten nur Wasser o. Kräutertee!)

Zur Unterstützung des Immunsystems. Der Verbrauch von Zink und Vitamin C nimmt bei Infekten massiv zu. Eine entsprechende Substitution gehört daher zur Basisbehandlung aller Infekte!

Sehr gut bewährt haben sich die „Vitamin C + Zink Lutschtabletten“ von abtei. Sie enthalten 5mg Zink pro Tablette. Entgegen der Angabe auf der Packung können 6 bis 10 Tabletten am Tag gelutscht werden (also ca. eine Tablette stündlich).

Wer Zink und Vitamin C eh in seiner Basisversorgung hat, der nimmt:
Zink 30 – 50mg tgl. (z.B. Zinkform 30 Komplex ⇒ 2 Kps. nachmittags)
Vitamin C in basischer o. retardierter Form (z.B. als Acerola) 6x tgl. 500mg (z.B. C-form 500 basisch+ ⇒ 6x tgl. 1 Kps.)

Vitamin DAkut sollten 10.000IE VitaminD3 eingenommen werden. Wer bereits in Kenntnis seines Vit.D-Spiegels substituiert kann für die Dauer der akuten Erkrankung auf 10.000IE erhöhen. (z.B. D-form 10.000 K2+ ⇒ täglich 1 Kps. am Ende einer Mahlzeit einnehmen)

Beta-GlucanBeta-Glucan aus Hafer ist eine bewährte Unterstützung für das Immunsystem.

Wer seinen Tiermilchkonsum durch Hafermilch ersetzt hat schon einen gewissen Dosisvorteil. In diesem Fall evtl. noch 1 Kps. Beta-Glucan a 250mg substituieren.

Wer keine nennenswerten Mengen Hafer zu sich nimmt:

Beta-Glucan 250mg ⇒ 3x tgl. 1 Kps.

hemmt die Histaminfreisetzung, stabilisiert Mastzellen

https://bioeffekte.info/mikronaehrstoffe/quercetin/

günstig

Ballesteros, MN u.a. konnten in einer Studie aus 2015 zeigen, daß ein Ei pro Tag Entzündungen im Vergleich zu einem Frühstück auf Haferflockenbasis verbessert , ohne andere kardiometabolische Risikofaktoren bei Diabetikern zu erhöhen.

Quellen: Nutrients 2015 , 7 , 3449-3463. https://doi.org/10.3390/nu7053449

Allerdings nie Haferflocken auf nüchternen Mage (siehe Blutzuckerspitzen)!!!
Essen sie vorher etwas Kohlenhydratfreies (z.B. Gemüse, Ei, Fleisch…)

ungünstig

Fruktose ist der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes!

Obst enthält heute nur noch wenige Vitamine und Antioxidantien, dafür umso mehr Fruchtzucker (Fruktose). Fruktose ist der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes!

In den Hafermilchprodukten wird die Stärke des Hafers enzymatisch zu Einzelzuckern gespalten, die einen hohen Glykämischen Index bedingen. Auch wenn die Glykämische Last aufgrund der insgesamt geringen Menge sich im Rahmen hält, so kann sie beim Diabetiker bei regelmäßigem Verzehr dennoch den HbA1c verschlechtern.

Für gesunde Nichtdiabetiker scheint Hafermilch das Diabetesrisiko nicht zu erhöhen.

Vermeiden Sie unbedigt Blutzuckerspitzen!

Eine nachgewiesener Insulinresistenz muß auf jeden Fall behandelt werden. Wenn Sie lernen, wie Sie Blutzuckerspitzen vermeiden, begegnen Sie der wahren Ursache Ihres Diabetes. Langfristig werden der HbA1c-Wert und das Körpergewicht deutlich senken und v.a. Heißhungerattacken lassen sich so vermeiden.

Orthomol

Orthomolekulare Medizin

OrthomolVoraussetzung für eine Besserung oder Heilung ist es immer, dem Organismus das zu geben, was er zur normalen Funktion braucht. Das heißt, Mängel an Mikronährstoffen müssen alle erkannt und effektiv behoben werden. Dabei bedarf es einer Menge Fachwissen aus der Orthomolekularmedizin und zuverlässiger Laboruntersuchungen. Wenden Sie sich deshalb unbedingt an einen in diesen Dingen erfahrenen Therapeuten, der Ihre Mängel gezielt aufdecken und mit Ihnen einen individuellen Substitutionsplan erstellen kann.

Die blinde Einnahme irgendwelcher Nahrungsergänzungsmittel ohne genaue Kenntnis der eigenen Mängel und ohne fachliche Beratung ist nicht sinnvoll und kann in Einzelfällen sogar schaden!

Am häufigsten werden folgende Mängel in unterschiedlichem Ausmaß gefunden und bedürfen der individuell dosierten Substition:

  • Omega-3-Fettsäuren (Vor allem finden wir oft einen massiven Mangel an EPA, aber auch für DHA sind die Werte häufig deutlich zu niedrig)

z.B. Magnesioform® 150 basisch-organisch ⇒ Substitution nach Magnesiumwert im Vollblut

Magnesium und Zink immer getrennt mit einem Abstand von 1-2 Stunden einnehmen!

Nur nach Bestimmung des intrazellulären Zinkspiegels!
Bis zu 25mg Zink täglich sind langfristig laut Studienlage geeignet, die Blutzuckerkontrolle zu verbessern und das Risiko für Folgeerkrankungen nachweislich zu reduzieren.
Bei langfristiger Zinkeinnahme sollte ggf. auch Kupfer substituiert werden.
Wenden Sie sich in jedem Fall an einen in Orthomolekuarer Medizin erfahrenen Therapeuten!

Magnesium und Zink immer getrennt mit einem Abstand von 1-2 Stunden einnehmen!

Die orale Supplementierung von 150-400µg Chrom (III) täglich verbessert laut Studienlage die Blutzucker- und Fettstoffwechselparameter und reduziert die Dosis zur Behandlung eines Diabetes notwendiger Medikamente.
Auch eine der Diabetesentwicklung vorbeugende Wirkung ist nachgewiesen.

Hyperglykämie führt zu einem vermehrten Vit.B1-Bedarf!
Ein Mangel an Thiamin verringert die Transketolase-Aktivität, was zu erniedrigten NADPH-Spiegeln und damit erhöhtem oxidativem Streß und letztlich zur vermehrten AGE-Bildung führt.
Beim Diabetiker ist darüber hinaus der renale Thiamin-Verlust um das 3-4fache erhöht.
Insgesamt erhöht ein Vit.B1-Mangel das Neuropathie-Risiko deutlich!

Da die Bioverfügbarkeit der lipidlöslichen Thiamin-Vorstufe Benfotiamin in den Zellen deutlich höher ist, wird dieses zur Substitution bevorzugt.

Benfotiamin ⇒ 2x tgl. 300mg

Meine persönliche Empfehlung aufgrund der Zusatzstoffe: Benfo-biomo 300mg Filmtabletten

Die Einnahme von Metformin erhöht den Vit.B12-Mangel nach Studienlage nochmal um das 2-3fache!


Quellen: Guang-Jiang Shi, Yan Li, Qiu-Hua Cao, Hong-Xi Wu, Xin-Ying Tang, Xing-Hua Gao, Jian-Qiang Yu, Zhen Chen, Yong Yang: In vitro and in vivo evidence that quercetin protects against diabetes and its complications: A systematic review of the literature,Biomedicine & Pharmacotherapy, Volume 109, 2019, Pages 1085-1099, ISSN 0753-3322,
https://doi.org/10.1016/j.biopha.2018.10.130 (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0753332218349187)

10g Akazienfasern tgl. führten in Studien zu einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes.
(z.B. Fibraform Akazienfaser+ ⇒ ca. 2x 1 EL tgl.)

GMUUm Ihre individuellen Mikronährstoffmängel aufzudecken und eine effektive Substitutionstherapie einzuleiten bieten wir Ihnen unsere Ganzheitsmedizinische Untersuchung an.

Phytotherapie

Phytotherapie

Dreiblatt Kalium Granulat (Bio)®

Dreiblatt Kalium Granulat (Bio)® (Dr. Pandalis GmbH)
⇒ 1x täglich ca. 5 g (1 gehäufter Teelöffel) natürliches Dreiblatt Kalium Granulat zusammen mit einem Glas Wasser, Naturjoghurt oder Gemüsesaft


Inhaltsstoffe: Spinat-, Giersch- und weißer Gänsefuß-Pulver) 97,3 %, Gewürze (Oregano 1%, Zwiebel 1 %), Verdickungsmittel Johannisbrotkernmehl

z.B. Phytoform® Ashwagandha 500+ ⇒ 1 Kps. tgl. zum Essen

Cordycepsz.B. Phytoform® Cordyceps 400+
⇒ 3x tgl. 1 Kps. (90 Kps. ca. 25,00€)
weitere Informationen →  https://bioeffekte.info/pflanzen/pilze/cordyceps/


Quellen: DAA e.V. München 01/2025

Chaga (Inonotus obliquus)


weitere Informationen →  http://bioeffekte.info/pflanzen/pilze/chaga/

lion's mane mushroomz.B. HAWLIK Bio Hericium Extrakt Kapseln
⇒ 2x tgl. 2 Kps. (= 1200mg Bio Hericium Extrakt)


weitere Informationen →  http://bioeffekte.info/pflanzen/pilze/hericium/

siehe → https://bioeffekte.info/pflanzen/pilze/maitake/

z.B.


Quellen: DAA, 01/2025

besser: Kombinationen

z.B. formmed Phytoform® Vitalpilz-Komplex
⇒ 3x tgl. 1 Kps. zum Essen
(90 Kps. reichen 1 Monat und kosten ca. 40,00€)

TCM

TCM (中醫學)
Traditionelle Chinesische Medizin

→ die Behandlung einer Diabetes-Erkrankung durch TCM ist sehr komplex, im Rahmen eines ganzheitlichen Gesamtkonzeptes aber durchaus hilfreich und effektiv. Wenden Sie sich unbedingt an einen erfahrenen Therapeuten.

Akupunktur (Zen Fa)

Moxa (Jiao Fa)

 KG4, KG6

QiGong

Ni2

homeopathy

Homöopathie

häufig angewendete Einzelmittel

Sie sollten Einzelmittel auf eigene Faust nur als Akutmittel in niedriger Potenz zur Linderung Ihrer Beschwerden versuchen.
Gerade chronische Erkrankungen bedürfen einer Konstitutionsbehandlung und der genauen Kenntnis des zugrundeliegenden Miasmas. Die Mittelfindung ist nicht einfach und bedarf einer ausgiebigen Anamnese und Testung (Zeitaufwand oft 1-2 Stunden) und vor allem großer Erfahrung. Wenden Sie sich daher unbedingt an einen in klassischer Homöopathie sehr erfahrenen Therapeuten!

Antroposophische Mittel

Aromatherapie

Aromatherapie / Ätherische Medizin

Ätherische Öle

Koriander (coriandrum sativum)
1x tgl. 3Trpf. Korianderöl kbA in 10ml handwarmem Sesamöl über dem gesamten Ober- u. Mittelbauch und am mittleren Rücken sanft einmassieren.

achtungVorsicht: Bei der Anwendung Ätherischer Öle kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen oder zu allergischen Reaktionen kommen. Sollten Sie mit dem betreffenden Öl noch nie oder höchstens einmal im Leben in Kontakt gekommen sein, so testen Sie zunächst einen Tropfen des (am besten mit einem neutralen Öl verdünnten) entsprechnden Ätherischen Öls durch Einmassieren in die Ellenbeuge.

Ethnomedizin

Ethnomedizin

Die folgenden Arzneien und Behandlungen sind hier nur zur Information aufgeführt. Sie sollten bei uns nur in Ausnahmefällen durch einen erfahrenen Arzt und auf keinen Fall in Eigenregie angewandt werden!

  • Jatropha gossypifolia (bellyache bush, black physicnut or cotton-leaf physicnut)

FAQ

Wer bekommt ein System zur kontinuierlichen Messung auf Kasse?

Mit nahezu allen gesetzlichen Krankenkassen liegen vertragliche Vereinbarungen mit Abbott zur Kostenübernahme von FreeStyle Libre 3 vor. Diese Krankenkassen übernehmen die Kosten von FreeStyle Libre 3 für Menschen mit Diabetes mellitus und intensivierter Insulintherapie (ICT) oder Insulinpumpentherapie (CSII).
Die Entscheidung einer Krankenkasse zur Kostenübernahme von einem FreeStyle Libre Messsystem ist eine Einzelfallentscheidung.

Die Verordnung erfolgt durch Ihren behandelnden Diabetologen.

Eine Krankenkasse kann die Kostenübernahme auch ablehnen, sofern die Voraussetzungen für die Kostenübernahme im Einzelfall nicht erfüllt sind.

Fachbegriffe & Abkürzungen

  • ICT – Intensivierte Insulintherapie
  • CSII – Insulinpumpentherapie
  • CGM – Continuous Glucose Monitoring (Bei der kontinuierlichen Glukosemessung erfasst ein über mehrere Tage am Oberarm aufgebrachter Sensor den Blutzuckerwert in kurzen Abständen)

Literatur

  • Michael Kleine-Börger, Hafertage: Blutzucker senken · Cholesterin senken · Gewicht reduzieren (Diabetes, Band 1);  ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8616724878, ca. 8,40€

Bezugsquellen

Quellen

[05] Food additive mixtures and type 2 diabetes incidence: Results from the NutriNet-Santé prospective cohort
Marie Payen de la Garanderie, Anaïs Hasenbohler, Nicolas Dechamp, Guillaume Javaux, Fabien Szabo de Edelenyi, Cédric Agaësse, Alexandre De Sa, Laurent Bourhis, Raphaël Porcher, Fabrice Pierre, Xavier Coumoul, Emmanuelle Kesse-Guyot, Benjamin Allès, Mathilde Touvier
Published: April 8, 2025, https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004570

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