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Synonyme
Tinea corporis, Dertmatomykose
Definition
Ansteckende Pilzerkrankungen der Haut oder der Nägel durch verschiedene Pilzarten.
Häufigkeit
- –
Klassifikation
ICD-10: B35.(Lokalisation)
Pathophysiologie
Dermatophyten wachsen meist bei 20-25°C, ernähren sich vom Keratin der Haut u. wachsen sehr langsam.
T. rubrum
- häufigster Pilz-Erreger
- Prävalenzvca. 1 Milliarde Infektionen weltweit
- infiziert Füße, Nägel u. freie Haut
- neuerdings Resistenz gegen Terbinafin
Trichophyton benhamiae
- aus Japan
- schwere eitrige Infektionen auf der Haut u. am behaarten Kopf
T. mentagrophytes Typ VII
- aus Asien, v.a. Thailand
- wird überwiegend durch sexuelle Kontakte übertragen
T. tonsurans → Ringerflechte (Tinea corporis gladiatorum)
- hochansteckend durch Körperkontakt
- oft auch Übertragung durch Utensilien in Friseur- u. Barbershops
- Epidemien bei Kindern
T. indotineae → Tinea corporis
- stammt aus Südostasien
- therapieresistente Tinea corporis
- Resistenz gegen Terbinafin, die oft erst in der Genexpressionsanalyse festgestellt werden kann
- Behandlung mit Itraconazol systemisch + Miconazolnitrat topisch
Quellen: Gregersen DM et al. JEADV Clin Practice 2025
T. verrucosum → Kälberflechte
- einziger Dermatophyt, der bei bis 37° C u. damit auch in tieferen Hautschichten überlebt
- Fieber, Lymphknotenschwellung
- kann zu Narben auf Haut u. am behaarten Kopf führen
Microsporum canis → zoophile Mikrosporie
- nach Kontakt mit Straßenkatzen aus Südeuropa
- befällt Haut u. behaarten Kopf
- auch bei isoliertem Kopfbefall immer systemisch zu behandeln
Hefepilze
- Candida albicans:
- Windelsoor
- chron. rez. Vulvo-Vaginal-Candidose
- Malassezia furfur:
- Pityriasis versicolor
Schimmelpilze
- Scopulariopsis brevicaulis
- Onychomykosen
hinweisende Symptome
- typische fleckförmige meist rundlich rote Hautflecken bis zu 5cm Durchmesser mit trockenem schuppigen Rand
- manchmal Jucken der betroffenen Areale
Diagnostik
PCR
Goldstandard ist die PCR, die aber von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht gezahlt wird.
Diese Untersuchung gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und muß von Ihnen privat bezahlt werden!
Abstrich einer Läsion u. Pilzkultur im Labor (dauert aber einige Tage!)
- 4-8 Wochen vor Probennahme alle topischen u. systemischen Antimykotika absetzen!
- KEINE Desinfektion
- Haarstümpfe epilieren, Hautschuppen abschaben o. Nägel mir Schere raspeln (auf Papier unter dem Fuß auffangen)
- Candida: Abstrich mit Tupfer wie in Bakteriologie
Therapie
Westliche Leitlinentherapie (Schulmedizin)
In der Regel lokale plus (bei ausgedehnteren Befunden) systemische Therapie mit Antimykotika.
Systemische orale Therapie
| Präparat | Fluconazol | Terbinafin | Itraconazol |
|---|---|---|---|
| Wirkspektrum | T. rubrum, T. tonsurans, C. albicans, M.furfur | (T. rubrum), T. tonsurans, T. benhamiae, T, verrucosum | T. rubrum, T. tonsurans, T. benhamiae, T. mentagrophytes Typ VII, T. verrucosum, C. albicans, M. furfur, S. brevicaulis |
| Dosis Erwachsene | 150 mg 1x/Woche | 250 mg 1x/Woche | 200 mg 1x/Woche |
| Kinder 7-12 Jahre | 100 mg 1x/Woche | 125 mg 1x/Woche | 100 mg 1x/Woche |
| Kinder < 7 Jahre | 50 mg 1x/Woche | - | 50 mg 1x/Woche |
Erhaltungstherapie (Einmaldosis pro Woche) bis zur klinischen Heilung u. Negativbefund in PCR o. Kultur.
Lokalbehandlung
Cremes, Salben & Lotionen
Terbinafin
- z.B. Lamisil® Spray oder Creme (Karo Healthcare GmbH)
⇒ 1x tgl. betroffene Stellen großzügig laut Anleitung behandeln – mindestens über 7 Tage anwenden!
(als Kosmetikprodukt zugelassen – keine Kassenleistung!)
Im Einzelfall ist gegen eine 7-tägige chemisch antimykotische Behandlung im Sinne der Schulmedizin nichts einzuwenden.
Sollte der Pilz jedoch nicht prompt ansprechen oder bereits zuvor mit Terbinafin behandelt worden sein oder sollten schwerwiegende andere Erkrankungen vorliegen, dann sollte die Behandlung nach Ganzheitsmedizinischen Kriterien und ursächlich erfolgen.
Die wiederholte Unterdrückung von Hauterkrankungen durch schulmedizinisch symptomatische Therapien kann im homöopathischen Sinne zu einer Krankheitsverschiebung nach innen und damit zu späteren schweren Folgeerkrankungen führen!
Ganzheitsmedizinische Behandlungsmöglichkeiten
gegen Juckreiz
- Das Probiotikum Pro EM san von Tisso (www.tisso.de) auf die betroffenen Partien auftragen!
Phytotherapie
Grapefruitkernextrakt
Grapefruitkernextrakt hemmt zum einen das Pilzwachstum sehr effektiv, zum anderen vermindert es die Hauttalgbildung durch seine adstringierende Wirkung und verschlechtert dadurch auf natürliche Weise die Wachstumsbedingungen für den Pilz.
10 Trpf. Grapefruitkernextrakt 50% in 200ml Reinigungslotion oder Rosenwasser geben und damit die betroffenen Hautstellen 1-2x täglich großzügig behandeln.
Es kann bis zu einigen Wochen dauern, bis die letzten Hautflecken verschwunden sind, ist aber wesentlich schonender als die Behandlung mit chemischen Pilzmitteln.
Nicht in die Augen bringen!
Nicht höher konzentrieren, da sonst die Haut austrocknet!
Bezugsquellen für Grapefruitkernextrakt finden Sie auf → schreckmed.de/bezugsquellen
Ozon & H2O2
Ozon-Öl
Ozon-Öl zum täglichen Betupfen betroffener Hautpartien
Ozon-Wasser
Ozon-Wasser zur täglichen Reinigung betroffener Hautpartien
H2O2
H2O2 (3%) zur Hautbehandlung
Sowohl Ozon als auch Wasserstoffperoxid können in zu hoher Konzentration oder bei empfindlichen Menschen starke Haut- u. Schleimhautreizungen auslösen. Ozon kann bei Inhalation sogar tödlich wirken. – Experimentieren Sie nicht mit selbst hergestellten Lösungen und seien Sie vorsichtig bei Produkten aus dem Internet! Von der Nutzung frei verkäuflicher Ozongeneratoren rate ich dringend ab. Sie können damit sich selbst, andere u. Tiere im Haus stark gefährden!
Zu brauchbaren fertigen Produkten, die für Ihre Behandlung geeignet und ungefährlich sind, berate ich Sie gerne im Rahmen Ihrer Ganzheitsmedizinischen Behandlung.
