Traumafolgestörungen

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Definition

Störungen in ursächlichen Zusammenhang mit extremen oder länger anhaltenden traumatischen Belastungen.

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Klassifikation

Enteilung nach ICD-10

F43.0 Akute Belastungsreaktion

Inkl.: Akute Belastungsreaktion, akute Krisenreaktion, Kriegsneurose, Krisenzustand, Psychischer Schock

Vorübergehende Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung.

Die Symptome erscheinen im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft innerhalb von Stunden zurück.
Wenn die Symptome länger als 3 Monate andauern, sollte eine Änderung der Diagnose in Erwägung gezogen werden.

Teilweise oder vollständige Amnesie (siehe F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen.

Symptomatik
  • oft beginnend mit einer Art von „Betäubung„
  • Bewusstseinseinengung 
  • eingeschränkte Aufmerksamkeit
  • Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten
  • Desorientiertheit
  • Sichzurückziehen aus der Umweltsituation oder aber ein Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue)
  • vegetative Zeichen panischer Angst wie Tachykardie, Schwitzen und Erröten

Inkl.: Traumatische Neurose

Verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß

→ Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Inkl.: Hospitalismus bei Kindern, Kulturschock, Trauerreaktion

Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten.
Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). 

Symptomatik
  • depressive Stimmung
  • Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen)
  • Gefühl, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können.
  • Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder eine Störung anderer Gefühle sein
  • Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.

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Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmaßes folgen. Die Belastung muss extrem sein, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tief greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung gezogen werden muss.
Die Störung ist durch eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl, gekennzeichnet.
Eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) kann dieser Form der Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein.
 
Inkl.:
Persönlichkeitsänderungen nach: andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen, etwa als Opfer von Terrorismus
Persönlichkeitsänderungen nach: andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr
Persönlichkeitsänderungen nach: Folter
Persönlichkeitsänderungen nach: Katastrophen
Persönlichkeitsänderungen nach: Konzentrationslagererfahrungen

folgende Störungen sind oder können Traumafolge sein:

Ursachen

Ursachen & begünstigende Faktoren

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Therapie

Westliche Leitlinentherapie (Schulmedizin)

  • In der Regel Psychotherapie. Meist Verhaltenstherapeutische Verfahren (kognitive Verhaltenstherapie), aber auch psychodynamische Verfahren.
  • Leider viel zu oft und mit hohem Risiko werden Psychopharmaka gegeben, deren Nebenwirkungen und Risiken den bisher nicht bewiesenen Nutzen bei weitem überwiegen. Ich rate dazu, hier sehr kritisch und zurückhaltend zu sein!
  • EMDR
Wichtig ist, daß der entsprechende Therapeut in der Traumtherapie erfahren ist, da sonst bei Trauma-Reexpostionen eine deutliche und teilweise anhaltende Verschlechterung des Zustandsbilds eintreten kann!

Ca. 15% aller Behandelten beenden eine Traumatherapie vorzeitig!
[Clinical Psychology in Europe 10.32872/cpe.14491,2025]

Ganzheitsmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

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