Definition
Synonyme: Nahrungsmittelintoleranz, …intoleranz
ICD-10: T78.1 Sonstige Nahrungsmittelunverträglichkeit, anderenorts nicht klassifiziert
Beschwerden, die regelmäßig im Zusammenhang mit dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftreten und deren Ursache nicht in einer allergischen Reaktion, einer Darmerkrankung oder einem Reizdarmsyndrom liegen.
Vorsicht!
Die Begriffe "Unverträglichkeit" und "Allergie" bezeichnen unterschiedliche Dinge!
Ursachen
Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall o. Übelkeit nach dem Verzehr von:
Tiermilch und Tiermilchprodukten
→ möglicher Hinweis auf eine Lactoseintoleranz
Früchten u. zuckerhaltigen Mahlzeiten o. Getränken
→ möglicher Hinweis auf eine Fruktoseintoleranz
Rotwein, Sauerkraut, Dosenfisch oder Hartkäse
→ möglicher Hinweis auf eine Histaminose
sorbithaltige Kaugummis, viele Diät- o. Lightprodukte, v.a. Light-Getränke
→ möglicher Hinweis auf eine Sorbitintoleranz
Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste (Bier!), Kamut
→ möglicher Hinweis auf eine Glutensensitivität
Diagnostik
Bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist das 14tägige Führen eines Ernährungstagebuchs mit anschließenden Auslaßversuchen verdächtiger Nahrungsmittel zielführender als diverse Labortests.
Der ausführlichen Erhebung der Krankheitsgeschichte muß ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit gewidment werden. Wichtige Aspekte sind:
- Lebens- und Gesundheitssituation bei Symptombeginn
- Genauer zeitlicher Verlauf, Umstände bei Verbesserung und Verschlechterung der Symptomatik
- eigene Krankheitserklärung
- alle weiteren eigenen Beeinträchtigungen der Gesundheit
- Operationen, Unfälle, Narben
- Erkrankungen in der Familie
- Möglichst exakte Beschreibung der Symptomatik und ihrer Loaklisation
- Stuhltätigkeit, Stuhlbeschaffenheit
- Einschränkungen im Alltag durch die Symptomatik
- mögliche Trigger für Symptomatik
- Ernährung, Unverträglichkeiten
- Schlafdauer u. -qualität
- Gynäkologische Anamnese (Regelblutung, Schwangerschaften etc.)
- Bereits durchgeführte Diagnostik
- Bereits gestellte (Verdachts-)Diagnosen
- ggf.
- Sozialanamnese inkl. Sexualität
- genaue berufliche Tätigkeit
- Milestones / Traumata in der Biografie
- ggf. weitere Belastungsfaktoren
- Inspektion des gesamten Körpers: Ernährungszustand, Körperhaltung, Bauchwölbung, Hautbeschaffenheit, Hautunregelmäßigkeiten, Narben (ggf. Störherddiagnostik)
- Tastuntersuchung: Muskuläre Verspannungen, Schilddrüse, Lymphknoten, Schwellungen, Ödeme
- bei Frauen und Männern: Tastuntersuchung der Brustdrüsen
- Genaue Untersuchung des Bauches (Tasten, Abhören)
- Untersuchung der Analregion; Tastuntersuchung des Anus u. des erreichbaren Mastdarms; Beurteilung des Schließmuskels
- bei Frauen ggf. vaginale Tastuntersuchung oder Veranlassung einer Unteruschung beim Frauenarzt
Im Rahmen der Ganzheitsmedizin je nach Ausrichtung des Therapeuten ggf.:
- Gesichtsdiagnostik (face-reading)
- TCM: Zungen-/Pulsdiagnose
- Irisdiagnostik
- Auriculodiagnostik
- Fußreflexzonen
- u.a.
- Blutbild
- CRP, Ferritin
- GOT, GPT, γGT, Bilirubin, LDH
- Translutaminase IgA + IgG, Gliadin IgA + IgG
Bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist das 14tägige Führen eines Ernährungstagebuchs mit anschließenden Auslaßversuchen verdächtiger Nahrungsmittel zielführender als diverse Labortests.
- 14 tägiges striktes meiden der verdächtigen Lebensmittel
- anschließend die ausgelassenen Lebensmittel einzeln wieder in üblicher Menge verzehren
H2-Atemtests dienen dem Ausschluß eines SIBO bzw. einer Verwertungsstörung von Lactose, Fruktose oder Sorbitol.
Die Aussagekraft solcher Tests ist in Bezug auf eine Kohlenhydratverwertungsstörung allerdings fragwürdig. Während in Studien 90% der Menschen mit RDS einen positiven H2-Atemtest zeigen, korreliert ein positives Testergebnis nicht mit der durch Kohlenhydrataufnahme verbundenen Symptomatik.
Hier scheint mir ein Eliminations- oder Provokationsversuch bezüglich Laktose, Fruktose u. Sorbitol zielführender.
Zum Ausschluß einer SIBO macht ein H2-Atemntest allerdings durchaus Sinn, sollte aber nur vom erfahrenen Experten durchgeführt bzw. interpretiert werden.
- Calprotectin → CED (meist M. Crohn oder Colitis ulcerosa)
- α-1-Antitrypsin → CED (meist M. Crohn oder Colitis ulcerosa)
- Verdauungsrückstände
- Gallensäuren → Gallensäureverlustsyndrom
- Histamin → Histaminose
- Zonulin → leaky gut
- pathogene Keime (bei zurückliegenden Reisen inkl. Lamblien)
Nur bei Unsicherheit in der Diagnose und unklarem Ergebnis einer Auslaßdiät!
Nur bei Unsicherheit in der Diagnose und unklarem Ergebnis einer Auslaßdiät!
Unterstützende Maßnahmen / Therapie
Grundlagen
- Nein sagen lernen
- unterscheiden, was man loslassen und was man festhalten sollte
Voraussetzung für eine Besserung oder Heilung ist es immer, dem Organismus das zu geben, was er zur normalen Funktion braucht. Das heißt, Mängel an Mikronährstoffen müssen alle erkannt und effektiv behoben werden. Dabei bedarf es einer Menge Fachwissen aus der Orthomolekularmedizin und zuverlässiger Laboruntersuchungen. Wenden Sie sich deshalb unbedingt an einen in diesen Dingen erfahrenen Therapeuten, der Ihre Mängel gezielt aufdecken und mit Ihnen einen individuellen Substitutionsplan erstellen kann.
Basistherapie der Darmflora
- 4-8 Wochen strikte Gluten- und Tiermilchkarenz!
- Myrrhinil-Intest® ⇒ 3x tgl. 4Tbl. über 4 Wochen
nach zwei Wochen zusätzlich:
- Rephalysin C® ⇒ 2x tgl. 2Tbl. über 4 Wochen oder
- Darm-in-form Flora Spektrum® ⇒ 1x tgl. 1Kps. oder
- MyBiotik® Balance RDS + MyBiotik® Praelasan ⇒ 3ML (=14g) tgl. vor o. zu einer Mahlzeit
Sanierung weiterer Teile der Mikrobiota:
Gebißsanierung
- Entfernung sämtlicher jemals wurzelbehandelter Zähne. Meist sind alle Wurzeln avital oder entfernt, so daß es sich um überkronte tote Zähne handelt, an deren Wurzelkanalspitzen sich fast immer Entzüngsherde Richtung Kieferknochen ausbreiten. Diese Entzündungen können nicht abheilen, solange ein Zahn mit Füllmaterial und Kronenaufbau den Abfluß nach außen verhindert!
- Ggf. Behandlung der Mundflora mit Kräuterspühlungen, Myrrhentinktur u. ggf. lutschbaren Probiotika-Präparaten.
VagiCheck
Ernährung
Artesisches Wasser
Unbehandelte Wässer aus Artesischen Quellen
⇒ 1,5 Liter gleichmäßig über den Tag verteilt trinken (statt z.B. Leitungswasser o. industriell verarbeitete Mineralwässer)
z.B. St. Leonhards Quelle,
sinnvolle Prä- u. Probiotika
- ß-Galacto-Oligosaccharide (GOS) → reduzieren die Gasbildung und verbessern die Verdauung pflanzlicher Lebensmittel
Hypnotherapie
Bereits die einleitende Tiefenentspannung einer Hypnosesitzung kann deutliche therapeutische Effekte zeigen.
Ziel eines versierten Hypnosetherapeuten sollte zum einen die Bearbeitung dysfunktionaler Überzeugungen sein, zum anderen sollten Selbsthypnose und Ankertechniken geschult werden.
Wissenschafliche Evidenz nach schulmedizinischen Kriterien gibt es beispielsweise für die gut directed hypnosis.
Mesotaping
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Phytotherapie
1-2 Teelöffel (1-2g Pulver) gemahlene Uncaria tomentosa-Rinde in etwas Flüssigkeit (stilles Wasser, Saft, Joghurt etc.) einrühren ⇒ 2-3x täglich vor dem Essen.
oder
5 Teelöffel der Uncaria tomentosa-Rinde in feinen Fäden oder als Pulver mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen. Etwa 12 bis 15 Minuten ziehen lassen, abgießen.
⇒ über den Tag verteilt trinken.
Empfohlen wird eine tägliche Trinkmenge von einem Liter Katzenkralle Tee.
Blüten-Essenzen
Bachblüten
Australian Bush Flowers
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Aromatherapie
Ätherische Öle
- Wacholder
Steine & Kristalle
Vorsicht!
Erkrankungen können nicht mit Steinen oder Kristallen geheilt werden! Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften können sie jedoch oft - indem man sich mit ihnen beschäftigt - helfen, eine gute heilungsfördernde Umgebung zu schaffen. Nebenwirkung durch die Anwesenheit oder das Berühren von Steinen und Kristallen sind bisher nicht beschrieben worden.
- Aventurin
